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Praxistipp - Impfung. Verschiedene Meinungen.
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Muss ein Hund jährlich zur Impfung?
Jetzt ist es wieder soweit. Heute hat Finja
von unserem Tierarzt Post bekommen. Darauf
steht: Bitte vereinbaren Sie einen Termin
zum jährlichen Impfen. Aber ist jährliches
Impfen wirklich nötig? Wenn es nach
einigen Tierärzten geht, dann wohl schon.
Die Meinungen gehen auseinander
Auf die Frage warum immer noch vereinzelte
Tierärzte die jährliche Auffrischung
befürworten gibt es verschiedene Aussagen.
Einige sind der Meinung, dass nur
bei jährlicher Impfung der volle Schutz
besteht. Für andere steht der wirtschaftliche
Nutzen (sprich hoher Verdienst) im
Vordergrund. Um die Entscheidung einer
Impfung zu erleichtern, hilft es wenn sich
Herrchen oder Frauchen informieren welche
Impfstoffe sinnvoll sind und wann sie
nötig werden.
Vorsorge wirklich besser als nachsorge?
Zunächst sollte man wissen was beim Impfen
eigentlich passiert. Bei einer Impfung
werden dem Tier unterschiedliche Erreger
gespritzt. Der Tierarzt nennt eine Impfung
aus abgetöteten oder abgeschwächten
Erregern eine aktive Impfung. Bei „fertigen“
Antikörpern spricht er von einer
passiven Impfung. In jedem Fall soll die
Impfung eine vorbeugende Maßnahme gegen
Infektionskrankheiten sein. Allerdings
gibt es seit einiger Zeit eine immer größer
werdende Zahl von Tierärzten, die sich die
Fragen über Nebeneffekte (Überimpfung)
stellen und auf erstaunliche, wissenschaftlich
fundierte Aussagen stoßen. Laut Langzeitstudien
gilt es als erwiesen, dass bei
einer Immunisierung des Hundes mit einer
darauf folgenden Auffrischung (nach 12
Monaten) ein Schutz vor Staupe, Hepatitis
und Parvovirose (SHP) für ca. 8 Jahre wahrscheinlicher
sogar lebenslänglich besteht!
Bei einer Überimpfung kann es zu Allergien,
allergischen Schockreaktionen bis hin
zu dauerhaften Autoimmunkrankheiten mit
schweren Folgen für den Hund kommen.
Aber welche Impfungen sind wirklich nötig?
1. Staupe (S)
Die Staupe-Impfung ist eine aktive Impfung,
also mit lebenden Erregern.
Nach einer Grundimmunisierung und einer evtl.
Auffrischung ( nach 12 Monaten ) hält diese
Impfung wahrscheinlich ein leben lang.
2. Hepatitis (H)
Auch die Hepatitis-Impfung ist eine aktive
Impfung und hält ebenso lang wie die
Staupe-Impfung.
2. Parvo (P)
Ebenso wie bei der Staupe und Hepatitis
Impfung ist dies ein Lebendimpfstoff.
Die Schutzdauer hält wie bei Staupe und Hepatitis.
Impfungen von denen abgeraten wird
1. Parainfl uenza-Virus (PI)
Der Schutz hält ca. 3 Jahre, wenn er überhaupt
aufgebaut wird. Relativ häufig versagter komplett.
2. Zwingerhustenerreger Bordetella bronchiseptica
Die Schutzdauer beträgt nur 1 Jahr aber
auch hier versagt die Impfung sehr oft und
es wird kein Schutz aufgebaut.
Zwingerhusten ist in vielen Kombi-Impfungen
enthalten, schützt aber nur vor
einem Erreger des Zwingerhustens, nämlich
dem caninen Para infl uenza Virus.
Die so genannte „Hundegrippe“ kann
aber auch durch verschiedene andere Erreger
hervorgerufen werden. Geimpfte
Hunde können genauso erkranken wie ungeimpfte.
3. Leptospirose (L)
Die Leptospirose- Impfstoffe sind bakterielle
Vollkeimimpfstoffe. Sie enthalten
inaktive Erreger und sind oft schlecht verträglich.
Laut Pharmazeutischer Zeitung
können, trotz guter Reinigung, immer
noch Teile von Bakterienzellwänden enthalten
sein. Der Impfschutz hält lediglich
6 Monate und schützt nur gegen 2 der
insgesamt 200 Krankheitsauslösenden
Leptospirosearten.
Infektionen dieser Art sind äußerst selten.
Falls sie dennoch auftreten können sie mit
Antibiotika wirkungsvoll behandelt werden.
Fazit
Die Meinungen über jährliches Impfen gehen
auseinander aber es gibt Hilfestellung.
Denn bereits seit einigen Jahren gibt es die
Möglichkeit einer Antikörperbestimmung
(Titer). Hierbei kann festgestellt werden,
wie viele Antikörper vorhanden sind und
ob noch ausreichend Schutz besteht. Der
Titer-Wert wird durch eine Blutuntersuchung
festgestellt und liefert genaue Angaben
über die Anzahl der Antikörper.
Allerdings muss für jeden Impfstoff separat
geprüft werden, was nicht ganz billig
ist. Trotzdem sollten sich Herrchen und
Frauchen genau überlegen ob jährliches
impfen für ihren Liebling in Frage kommt,
denn wenn der Titer-Wert hoch ist aber
trotzdem geimpft wird, kann es zu einer
Überimpfung kommen. Die Kosten durch
Impfschäden und das Leiden (auch lebenslang)
des Tieres die dann auf einen zukommen,
übersteigen bei weitem den Preis einer
Antikörperbestimmung. Die sinnvollste
und laut Tollwutverordnung gesetzliche
Impfung ist die Tollwut-Impfung. Diese
Erkrankung wird von wildlebenden Tieren
übertragen und ist eine Virusinfektion.

Füchse übertragen tödliche Tollwut
Tollwut ist eine akute,
lebensbedrohliche Erkrankung äußerst
ansteckend und ruft Gehirnentzündungen
hervor. Bis vor einiger Zeit galt bei dieser
Impfung die gesetzliche jährliche Impfvorschrift.
Immerhin ist dies ab 2006 nur noch
alle 3 Jahre nötig, so lange hält in der Regel
die Wirkung an. Falls der Vierbeiner mit
einem tollwütigen Tier in Kontakt kommt
und kein gültiger Impfschutz nachgewiesen
werden kann, droht ihm der Tod durch
einschläfern.
Allgemeiner Rat des Experten für die Impfung
Lassen Sie vor der Impfung durch eine
3tägige Kotprobe feststellen ob ihr Tier
verwurmt ist. Nur wenn der Vierbeiner
wurmfrei ist, kann der Impfstoff den gewünschten
Schutz aufbauen. Sollten Würmer
im Kot sein, warten Sie nach der Entwurmung
1 Woche bis zur Impfung. Lassen
Sie abklären das Ihr Tier infektionsfrei ist
auch nur dann kann Impfschutz aufgebaut
werden. Berücksichtigen Sie bei Fernreisen
die dortigen Impfvorschriften.
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